27./28.09.03
Großübung:
Unfallszenario im Landrückentunnel Fotos und Text: Steffen Vetter
In der Nacht zum Sonntag haben die Rettungskräfte von Feuerwehren, Rotem Kreuz,
Technischem Hilfswerk, Polizei und Bundesgrenzschutz sowie leitende Notärzte
und Ärzte bei einer großangelegten Übung im Landrückentunnel den Ernstfall
geprobt.
Hauptteil der Übung befand sich auf der Seite vom Landkreis Fulda.
In dem mit 10779m längstem Tunnel der Strecke Hannover-Würzburg und
zweigleisiger Einröhrenkonstruktion mit zwei Notausgängen, wurde ein Unfall mit
einem ICE in der Mitte des Tunnels angenommen. Durch eine technische Ursache
war der Zug entgleist, und "lag" mit zwei umgestürzten Waggons im
Tunnel fest, so die Übungsdarstellung. Insgesamt waren 350 Mimen, die als
Verletzte für diese Unglück geschminkt waren, im Tunnel. In Mittelkalbach
befindet sich das Nordportal und in Weichersbach das Südportal.
Zwei Notausgänge befinden sich auch auf der Seite von Sinntal. Auf dieser Seite
fanden die Kräfte 50 gehfähige Betroffene vor, die sich durch die beiden
Stollen retten konnten. Weiter kamen durch das Südportal 35 Verletzte.
Weiterhin
nahmen die Rettungszüge (Rtz) aus Würzburg und Fulda teil. Der Rtz aus Würzburg
fuhr auf der hessischen Seite in den Tunnel um die Verletzten heraus zu bringen.
Der Fuldaer Rtz fuhr in Kalbach in den Tunnel.
Auf Sinntaler Seite hatte die Leitstelle Main-Kinzig die Feuerwehren,
Sterbfritz, Altengronau, Mottgers, Weichersbach, Oberzell, Zeitlofs und
Schlüchtern alarmiert. Ebenso die DRK-Bereitschaften aus Sterbfritz und
Altengronau, einen Rettungswagen und einen Notarztwagen. Zur dessen
Unterstützung wurde auch der 3. und 4. Sanitätszug des Main-Kinzig Kreises im
Katastrophenschutz angefordert, ebenso der 4. Betreuungszug. Die THW-Gruppen
aus Steinau, Wächtersbach und Bad Orb waren für die Ausleuchtung der
Einsatzstelle verantwortlich. Weiter vor Ort waren als OrGL Matthias Scholl und
der leitende Notarzt Dr. Wolfgang Lenz. Eine Einsatzabschnittsleitung Süd wurde
von der Feuerwehr Sinntal gebildet, die den Einsatz in Sinntal koordinierte,
dort waren auch von anderen Organisationen Hilfskräfte vertreten.
An den beiden Stollen wurde durch DRK- und Feuerwehr-Kräfte die
"Selbstretter" aus dem Tunnel in Empfang genommen, versorgt und
betreut. Auf dem Sportplatz in Weichersbach wurde ein Zelt aufgebaut, wo diese
zusammengeführt wurden.
Im
Tunnel wurden die Verletzten von der Besatzung des Rtz gerettet und in ein
Pendelteil des Rtz gebracht. Dieses Pendelteil fuhr die Verletzte dann aus dem
Tunnel heraus um sie auf einem Verbandsplatz weiter zu versorgen.
Während
der Übung hatte sich auch die Verpflegungsgruppe des Katastrophenschutzes aus
Birstein eingefunden, die die etwa 300 Einsatzkräfte auf der Seite des
Main-Kinzig Kreises mit Sauerkraut und Rippchen versorgten.
Im
Großen und Ganzen können die Übungsteilnehmer mit dem Verlauf der Übung zu
Frieden sein. Nach dieser Übung sollen weitere Einsatzpläne für die Tunnel der
ICE- Strecken erstellt werden.